Chronik einer Endomorphose, 2. Sept. 2005

Robotik und Philosophie
Ein Reader zu einem Schülerseminar

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Rodins Denker auf einem Lego-Roboter


Von August 2005 bis August 2006 wurden in Stadt und Kreis Aachen insgesamt 4 Robotik-Workshops mit Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 12 durchgeführt. Zentrales Thema der Workshops war die Frage nach den Eigenschaften von Lebendigkeit. Zunächst wurde mit Hilfe der programmierbaren Lego-Mindstorms-Roboter das Orientierungsverhalten einiger Tiere nachgestellt. Dabei zeigten die Roboter Verhaltensweisen, die man als intelligent bezeichnen könnte. Hiervon ausgehend wurden anschließend einige zentrale philosophische Fragen entwickelt und diskutiert.

 
Als Ergänzungsmaterial zu den Workshops wurde ein Leseheft zusammengestellt, in welchem unter anderem einige aktuelle Forschungsprojekte aus dem Bereich der Robotik bzw. der KI-Forschung vorgestellt werden. Bemerkenswert ist, dass sich in der gegenwärtigen Forschungslandschaft die Verdichtung verschiedener Disziplinstränge zu einer Art Wissenschaft der Adaptivität abzeichnet. Dabei werden Insektenstaaten, Roboterökologien und menschliche Gesellschaften in einem übergreifenden theoretischen Rahmen für analytische Zwecke gleichgesetzt. Die Individuen dieser kollektiven Gruppen werden als Agenten, Akteure oder Komponenten abstrahiert. Damit ist die Entstehung eines technisch handhabbaren Gestaltungsraumes als Möglichkeit angelegt: Individuen werden im Ziel zu beliebig skalierbaren Bauteilen systemischer Erfolgsgemeinschaften. Dabei ist eine geistige Nähe zu marktliberalen bis darwinistisch interpretierbaren Wirtschaftstheorien kaum zu übersehen. Durch die Zusammenstellung einzelner Beiträge soll der Leser die Plausibilität dieses Zusammenhanges erkennen können und bei Interesse Hinweisen auf weitere Vertiefungen nachgehen können. Das unten anschließende Inhaltsverzeichnis vermittelt einen Eindruck von den angeschnittenen Themen des knapp 80-seitigen Leseheftes:    
VORWORT

WAS SIND WILLE, LERNEN UND VERSTAND?
Station 1: Haben Bakterien einen Willen?
Station 2: Müssen Insekten bei der Navigation rechnen?
Station 3: Erlernen Ameisen die Menotaxis?
Station 4: Menschen lernen ohne es zu merken
Station 5: Unser Rechtssystem setzt Freien Willen voraus9
Station 6: Nach Schopenhauer haben Tiere Verstand
Station 7: René Descartes betrachtet Tiere als Mechanik
Station 8: La Mettrie sieht auch den Menschen als Maschine
Station 9: Sokrates will mehr sein als eine Knochenmechanik
Station 10: Die Übertragung des Geistes auf Computer
Station 11: Immanuel Kant über die Seele im Kaffeeatom

DIE MECHANIK DER MATERIE UND DER FREIE WILLE
Station 12: Leibniz über Seelen und die Impulserhaltung
Station 13: Immanuel Kant über das Wesen der Materie
Station 14: Der Laplace-Dämon und zwei Folgen
Station 15: Widerspruch gegen die Macht der Gesetze

DAS GEHEIMNIS DER MATERIE IN DER NEUEREN PHYSIK Station 16: Beamen sich Elektronen durch den Raum?
Station 17: Was weiss ein Lichtteilchen über die Welt?
Station 18: Einige Buchtipps zur Quantenphysik

DAS RÄTSEL DES BEWUSSTSEINS
Station 19: Wo im Gehirn ist Bewusstsein zu finden?
Station 20: Sind Split-Brain-Patienten zwei Personen?
Station 21: Das Männlein im Kopf: Der Homunkulus
Station 22: Bewusstsein folgt der Hirnaktivität
Station 23: Religiöses Erschauern als Bewusstseinsregung

BIOMASCHINEN
Station 24: Der Mensch als gengesteuerter Roboter
Station 25: Selbstlosigkeit ist evolutionsmäßig unmöglich
Station 26: Eltern sind Egoisten
Station 27: Die Echo-Haltung als maschineller Reflex
Station 28: Automat und Mensch in der Soziologie

WENN WIR SO TUN ALS OB...
Station 29: Der Turing-Test
Station 30: ELIZA: Der Computer als Psychiater
Station 31: Tamagotchis und Teddybären

KOLLEKTIVE INTELLIGENZ
Station: 32: Wie Ameisen den kürzesten Weg finden
Station 33: Roboter sollen Tierschwärme manipulieren
Station 34: Adam Smith über Kapitalismus-Intelligenz
Station 35: Zellularautomaten: Computerleben
Station 36: Stanislaw Lem über tote, lebende Metallwolken
Station 37: Olaf Stapledon über lebende Wolken

AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE
Station 38: DELIS - Ein Beispiel für Interdisziplinarität
Station 39: ECAgents - Abstrakte Worte für konkrete Dinge
Station 40: Neurobotics - auch Forscher müssen werben
Station 41: Bioanaloge Informationsverarbeitung
Station 42: INKA - Informatik und Soziologie
Station 43: Sozionik - Gesellschaften im Computermodell
Station 44: Die moralische Dimension kollektiver Optimierung

KANN MAN LEBEN DEFINIEREN?
Station 45: Die etymologische Herkunft des Wortes Leben
Station 46: Das Wort Leben in Knaurs Lexikon
Station 47 Das Leben aus naturwissenschaftlicher Sicht
Station 48: Leben aus philosophischer Sicht
Station 49: Leben aus kirchlicher Sicht

FAZIT?

NACHWORT: UND WENN MICH ETWAS INTERESSIERT?

WÖRTERKOMPASS

LITERATURHINWEISE


Download des Readers als 3-MB-pdf-DateiDas Leseheft (Stand Dez. 2006) kann über einen Klick auf das kleine Roboterbild neben als pdf-Datei von rund 2,8 Megabyte Größe heruntergeladen werden.

   

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Letzte Änderung: 5. Jan. 2007