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21. Dezember 2008 Das Brummen der Erde Eine Idee zum Fermi-Paradoxon
I love, indeed, to regard the dark
valleys, and the gray rocks, and the waters that silently smile, and
the forests that sigh in uneasy slumbers, and the proud watchful
mountains that look down upon all, - I love to regard these as
themselves but the colossal members of one vast animate and sentient
whole - a whole whose form (that of the sphere) is the most perfect and
most inclusive of all ...
Edgar Allan Poe The Island of the Fay
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Der Name des Physikers und
Nobelpreisträgers Enrico Fermi (1901 bis
1954) steht für das Paradoxon, dass man trotz einer hohen
Wahrscheinlichkeit von Leben im Kosmos bisher kein zweifelsfreies
Anzeichen für außerirdisches Leben gefunden hat. Es gibt aber eine
Reihe von
Lösungsvorschlägen: So ist es beispielsweise denkbar, dass alle
Zivilisationen, die
vor uns entstanden sind, bereits ausgestorben sind. Oder aber, fremde
Zivilisationen senden Signale aus, die wir aber nicht als solche
erkennen. Oder, fremde Zivilisationen haben sich bewusst gegen
eine Kontaktaufnahme mit uns entschieden. Eine weitere Lösung ergibt sich
aus der Idee planetarer Intelligenzen, der Vorstellung, dass ganze
kosmische Strukturen wie etwa Planeten, Sterne, planetare Nebel oder
Galaxien Lebensformen darstellen. In der Literatur findet sich dieses
Motiv ausdrücklich ausgearbeitet zum Beispiel in Stanislaw Lems
Klassiker Solaris oder in
Olaf Stapledons eher unbekanntem Buch Nebula
Maker. Ein Leitmotiv dieser Webseite
ist die Idee, dass sich zur Zeit technologische und biologische Objekte
zu verschiedenen Formen von Überintelligenzen verbinden.
Stellvertretend für diese Denkrichtug möchte
ich auf Analogiebetrachtungen zwischen dem World Wide Web und
biologischen Gehirnstrukturen verweisen, die sogenannte Global Brain
Metapher. Als treibende Kraft einer
raumgreifenden Ausdehnung des Lebens kann in darwinistischen
Selektionsmechanismen gesehen werden: Lebende Strukturen zeichnen sich
gegenüber unbelebten
Strukturen unter anderem durch eine hohe Beständigkeit gegenüber
Umweltveränderungen aus. So ändern Flüsse ihren Lauf, Eiszeiten kommen
und gehen und Steine verwittern, aber das Genom biologischer Arten
ändert sich nur langsam. Unterstellt man zusätzlich, dass Strukturen,
die große Bereiche der materiellen Umwelt in ihre Regelmechanismen
einbeziehen, tendenziell beständiger sind, als örtlich begrenzte
Strukturen, dann ergibt sich aus diesen beide Prämissen als Schluss,
dass es unter evolutiven Bedingungen wahrscheinlich ist, dass sich
Leben zu immer größeren Strukturen verbindet, möglicherweise bis hin zu
kosmischen Maßstäben. Der Biologe Hans Hass hat in
seinem Buch Energon die These
dargelegt, dass Unternehmen mit einzelnen Lebewesen zu vergleichen
seien. Zu dem Organismus gehören dann nicht nur die einzelnen Menschen,
sondern auch die Maschinen, die Häuser und Fahrzeuge. Der
technologische Fortschritt ermöglicht es uns, zunehmend mehr Materie in
unsere Dienste zu stellen. Wo früher "nutzlose" Landschaft (Brachen)
war, stehen
heute Serverzentren, wo Materie unablässig für uns bzw. unsere
Unternehmen arbeitet. Immer mehr Straßen bedecken unsere Erdoberfläche,
es gibt immer mehr Agrarfabriken, immer mehr Flugzeuge werden
produziert, immer mehr Fabrikhallen und Logistikzentren entstehen,
immer mehr Tierzuchten bedecken Land und Meer. Ich sehe in diesen
Entwicklungen vor allem eine Tendenz, die bisher tote
Materie (Sand, Wasser, Erde, Erz etc.) in lebensähnliche, komplexe
adaptive Systeme zu assimilieren. Insbesondere in der Ausweitung von
Rechenleistung sehe ich den Keim eines evolutionären Zwangs:
Rechenleistung bedeutet Wissen und Macht. Je mehr bisher ungenutzte
Materie man in Rechenleistung transformieren kann, desto mehr steigt
die eigene Macht. Sollte es also einmal eine Technik geben, die es
erlaubt, Materie unter weitgehender Belassung ihrer makroskopischen
Grobstruktur für Rechenprozesse zu benutzen, dann wäre es denkbar, dass
Ozeane (Lems Solaris) oder
Bereiche des Erdmantels "technologisch innerviert" werden. Vielleicht
lassen sich dann atmosphärische, ozeanische oder lithossphärische
Masseströme als materielles Substrat für Rechenprozesse nutzbar machen.
Am Ende eines solchen Prozesses könnte ein denkender Planet stehen. Die
menschliche Intelligenz verhielte sich dann gegenüber dieser planetaren
Intelligenz so, wie eine Zelle gegenüber einem ganzen Organismus. Kehren wir zurück zu Fermis
Paradoxon. Angenommen, es entstehen im Kosmos an vielen Orten
menschenähnliche Intelligenzen. Im Fall der Erde gingen diesem Ereignis
gut vier Milliarden Jahre biologischer Evolution voraus. Doch es wäre
auch denkbar, dass ein im weiteren Sinne technologisches Stadium schon
weitaus früher erreicht wird. Dann könnte die Durchdringung des
planetaren Körpers durch erweiterte Strukturen von Intelligenz schon
früher einsetzen. Ich denke hierbei spekulierend etwa an kollektiv
intelligente Bakterien oder Insekten, die ihre Superorganismen tief und
breit in die Erdkruste hinein ausbreiten. Damit würde aber
möglicherweise auch das
menschenähnliche Stadium von Intelligenz transzendiert und verschwände
auf dem entsprechenden Planeten. In der Geschichte der Entstehung von
Leben wäre dann die für uns erkennbare menschliche Phase nur eine
vergleichsweise kurze Episode oder gar nicht vorhanden. Die wahren
Lebewesen des Kosmos wären
um einige Größenordungen größer und komplexer als wir. Ihre
Interessen wären möglicherweise sehr verschieden von unseren, und
unsere Anliegen wären für sie
wahrscheinlich ohne Belang. Sie würden sich weder um eine
Kontaktaufnahme mit uns bemühen, noch würden wir ihre Signale verstehen. Nach diesem Gedankengang wäre
als eine weitere Antwort auf Fermis Paradoxon zu sagen, dass es im
Kosmos an vielen Orten Leben gibt, dieses aber aus Objekten kosmischer
Größenordnung besteht. Und jene Lebensformen, die den unseren ähnlich
sind, stellen nur kurze Übergangsphasen dar, die sich schneller zu
planetaren Intelligenzen weiterentwickeln, als dass sie sich ernsthaft
um Kontaktaufnahme bemühen. Vor diesem Hintergrund las ich
heute einen Artikel in der Online-Version des
SPIEGEL vom 21.
Dezember 2008: Schwingender Planet.
Die Erde brummt. Hierin wird beschrieben, wie die gesamte Erde
auf geheimnisvolle Weise ständig etwa 60 verschiedene Brummtöne im
Frequenzbereich von 3 bis 7 Millihertz ausstrahlt. Die Frequenzmuster
sind dabei zum Teil recht komplex. Handelt es sich hierbei vielleicht
um einen materiellen Mechanismus planetarer Informationsverarbeitung?
Diese
Spekulation setzt voraus, dass unsere Erde bereits eine planetare
Intelligenz ist. Ausgewählte
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Letzte Änderung: 31. Dezember 2008 // Vorheriger
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