Die bioanaloge Intelligenz von Großunternehmen

G. Heim, Aachen


Commercial activity is akin to the many nerve impulses, hormones, and chemical transmitters that regulate cellular behavior, harmonize the activities of various organs, and generally keep an animal`s body functioning as an integrated whole.
Howard Stock, 1993


Analogiebetrachtungen zwischen Teilen der menschlichen Gesellschaft und einzelnen Organismen lassen sich bis in die griechische Antike zurückverfolgen. Aber erst im 19. Jahrhundert begannen einzelne Autoren funktionale Entsprechungen zwischen gesellschaftlichen und biologischen Phänomenen methodisch zu untersuchen. Es waren dies namentlich Staatskundler und später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch vermehrt Geographen. Eine Leitidee war die Vorstellung von 'Organen des Staates'. Bedeutsam waren bereits damals darwinistische Betrachtungen, etwa um daraus eine Pflicht der Staaten zur gegenseitigen Kriegsführung abzuleiten.

In den 1970er Jahren begannen sich verstärkt Naturwissenschaftler mit Analogiebetrachtungen zwischen gesellschaftlichen Realitäten und biologischen Erscheinungen zu beschäftigen. Eine Kerngedanke war es, dass Unternehmen unter dem Druck einer Konkurrenzwirtschaft ähnliche Strukturen ausbilden wie Organismen unter dem Druck der biologischen Evolution. In den 1980er Jahren wurden die Konzepte bioanalagoer Unternehmen (oder sonstiger Teilbereiche der Gesellschaft) eingebettet in naturhistorische Betrachtungen zu Komplexitätssprüngen. So wie sich Atome zu Zellen und dann Zellen zu Organismen verbunden haben, so sollten sich auch Teile menschlicher Gesellschaften zu einem Überorganismus hin entwickeln. Bis etwa 2000 erschienen dann eine Reihe von Büchern, welche diese Vorstellungen noch um die die Idee eines globalen Nervennetzes bestehend aus Computern ergänzten.

Seltsamerweise blieben aber (zumindest die mir bekannten) Veröffentlichungen zur Idee bioanaloger Unternehmen und Ökonomien weitgehend im qualitativ Beschreibenden und  Prophetischen stehen. Zwar gab es während der euphorischen Phase der Internet-Economy Ende des 20. Jahrhunderts einige Projekte, gezielt Software zur Ausbildung bioanaloger Kommunikationsstrukturen zu entwickeln, doch gelang keines dieser Projekte als Vorbote eines Global Brain oder einer biologisch inspirierten Ökonomie ins dauerhafte Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Die Ideenskizzen zu bioanalogen Unternehmen beginnen zunächst bei beschreibenden Vergleichen zwischen Unternehmen und Organismen. Dabei setze ich Unternehmen mit biologischen Individuen gleich. Der Rolle von Zellen in Organismen entsprechen im Unternehmen einzelne Mitarbeiter sowie auch Computer bzw. autonome Softwareagenten. Über die reine Beschreibung hinaus versuche ich aber auch Vorschläge zu entwickeln, wie die Informationsverarbeitung und die Kommunikationsarchitektur in Unternehmen zielgerichtet nach dem Vorbild realer Gehirne oder künstlicher neuronaler Netze gestaltet werden könnte.

Die in diesem Kapitel Neuro-Unternehmen vorgestellten Gedanken stehen in enger Beziehung zu den anderen Kapiteln von www.seelengrund.de. Eng an der Denkfigur der bioanalogen Unternehmen bleibt das Kapitel Gen-Unternehmen (Inhaltsverzeichnis). Dort wird der evolutionäre Kontext beschrieben, innerhalb dessen die Unternehmen evoluieren. Im Kapitel Endomorphose
(Inhaltsverzeichnis) gehe ich von der Gültigkeit einer Entstehung von Überorganismen aus. Dies können Unternehmen, Staaten oder die ganze Erde sein. Gegenstand des Kapitels ist es, die Lebensbedingungen der Bestandteile eines solchen Organismus zu untersuchen. Ob die Überorganismen in letzter Konsequenz alle Zeichen von Lebendigkeit zeigen, also auch ein Bewusstsein ausbilden, ist im Kapitel Endomorphose jedoch nicht wichtig. Dort geht es mir vor allem um die Systemzwängen, die der Organismus auf seine Bestandteile ausübt. Im Kapitel Metaphysik (Inhaltsverzeichnis) schließlich entwickele ich ausgehend von der Frage nach der Freiheit des Willens ein Kriterium, welche materiellen Strukturen und Prozesse von Bewusstsein begleitet sein könnten. Hierunter fällt unter anderem die zentralisierte Kommunikation von zukünftigen Unternehmen.

Aufgrund eines denkbaren Autonomieverlustes von Menschen im Falle der Entstehung von Überorganismen stehe ich jedweder Form komplexer Organisationen skeptisch gegenüber.

Unternehmens als neuronal-psychische Intelligenzform: spekulative Gedanken Private Homepage über Quantenphysik, Religion, Weltprozess, neuronale Unternehmen, evolutionäre Ökonomie etc.
Neuronale Unternehmen Oberste Ebene







Startseite: Bioanaloge Intelligenz von Großunternehmen
Die bioanaloge Intelligenz von Großunternehmen

G. Heim, Aachen


Commercial activity is akin to the many nerve impulses, hormones, and chemical transmitters that regulate cellular behavior, harmonize the activities of various organs, and generally keep an animal`s body functioning as an integrated whole.
Howard Stock, 1993


Analogiebetrachtungen zwischen Teilen der menschlichen Gesellschaft und einzelnen Organismen lassen sich bis in die griechische Antike zurückverfolgen. Aber erst im 19. Jahrhundert begannen einzelne Autoren funktionale Entsprechungen zwischen gesellschaftlichen und biologischen Phänomenen methodisch zu untersuchen. Es waren dies namentlich Staatskundler und später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch vermehrt Geographen. Eine Leitidee war die Vorstellung von 'Organen des Staates'. Bedeutsam waren bereits damals darwinistische Betrachtungen, etwa um daraus eine Pflicht der Staaten zur gegenseitigen Kriegsführung abzuleiten.

In den 1970er Jahren begannen sich verstärkt Naturwissenschaftler mit Analogiebetrachtungen zwischen gesellschaftlichen Realitäten und biologischen Erscheinungen zu beschäftigen. Eine Kerngedanke war es, dass Unternehmen unter dem Druck einer Konkurrenzwirtschaft ähnliche Strukturen ausbilden wie Organismen unter dem Druck der biologischen Evolution. In den 1980er Jahren wurden die Konzepte bioanalagoer Unternehmen (oder sonstiger Teilbereiche der Gesellschaft) eingebettet in naturhistorische Betrachtungen zu Komplexitätssprüngen. So wie sich Atome zu Zellen und dann Zellen zu Organismen verbunden haben, so sollten sich auch Teile menschlicher Gesellschaften zu einem Überorganismus hin entwickeln. Bis etwa 2000 erschienen dann eine Reihe von Büchern, welche diese Vorstellungen noch um die die Idee eines globalen Nervennetzes bestehend aus Computern ergänzten.

Seltsamerweise blieben aber (zumindest die mir bekannten) Veröffentlichungen zur Idee bioanaloger Unternehmen und Ökonomien weitgehend im qualitativ Beschreibenden und  Prophetischen stehen. Zwar gab es während der euphorischen Phase der Internet-Economy Ende des 20. Jahrhunderts einige Projekte, gezielt Software zur Ausbildung bioanaloger Kommunikationsstrukturen zu entwickeln, doch gelang keines dieser Projekte als Vorbote eines Global Brain oder einer biologisch inspirierten Ökonomie ins dauerhafte Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Die Ideenskizzen zu bioanalogen Unternehmen beginnen zunächst bei beschreibenden Vergleichen zwischen Unternehmen und Organismen. Dabei setze ich Unternehmen mit biologischen Individuen gleich. Der Rolle von Zellen in Organismen entsprechen im Unternehmen einzelne Mitarbeiter sowie auch Computer bzw. autonome Softwareagenten. Über die reine Beschreibung hinaus versuche ich aber auch Vorschläge zu entwickeln, wie die Informationsverarbeitung und die Kommunikationsarchitektur in Unternehmen zielgerichtet nach dem Vorbild realer Gehirne oder künstlicher neuronaler Netze gestaltet werden könnte.

Die in diesem Kapitel Neuro-Unternehmen vorgestellten Gedanken stehen in enger Beziehung zu den anderen Kapiteln von www.seelengrund.de. Eng an der Denkfigur der bioanalogen Unternehmen bleibt das Kapitel Gen-Unternehmen (Inhaltsverzeichnis). Dort wird der evolutionäre Kontext beschrieben, innerhalb dessen die Unternehmen evoluieren. Im Kapitel Endomorphose
(Inhaltsverzeichnis) gehe ich von der Gültigkeit einer Entstehung von Überorganismen aus. Dies können Unternehmen, Staaten oder die ganze Erde sein. Gegenstand des Kapitels ist es, die Lebensbedingungen der Bestandteile eines solchen Organismus zu untersuchen. Ob die Überorganismen in letzter Konsequenz alle Zeichen von Lebendigkeit zeigen, also auch ein Bewusstsein ausbilden, ist im Kapitel Endomorphose jedoch nicht wichtig. Dort geht es mir vor allem um die Systemzwängen, die der Organismus auf seine Bestandteile ausübt. Im Kapitel Metaphysik (Inhaltsverzeichnis) schließlich entwickele ich ausgehend von der Frage nach der Freiheit des Willens ein Kriterium, welche materiellen Strukturen und Prozesse von Bewusstsein begleitet sein könnten. Hierunter fällt unter anderem die zentralisierte Kommunikation von zukünftigen Unternehmen.

Aufgrund eines denkbaren Autonomieverlustes von Menschen im Falle der Entstehung von Überorganismen stehe ich jedweder Form komplexer Organisationen skeptisch gegenüber.

Unternehmens als neuronal-psychische Intelligenzform: spekulative Gedanken Private Homepage über Quantenphysik, Religion, Weltprozess, neuronale Unternehmen, evolutionäre Ökonomie etc.
Neuronale Unternehmen Oberste Ebene