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September 2009 Vom Wesen der Utopie Basiswünsche an die Utopie But, and herein lay mystery ad horror ... there was no shred of evidence that this asthetically admirable cosmos was the work of a conscious artist ... Olaf Stapledon1) ![]() Jürgen Kirchhoff: Gazellen |
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Gemeinschaft
ist
in Wohlgesonnenheit enthalten 1. Basiswunsch: Freier Wille gegen die Welt (Allmacht) ![]() 2. Basiswunsch: Freier Wille von der Welt (Autonomes Ich) ![]() 3. Basiswunsch: Allwissenheit ![]() 4. Basiswunsch: Gemeinschaft ![]() 5. Basiswunsch: Wohlgesonnene Welt ![]() 6. Basiswunsch: Sinn ![]() Die Absicht meiner Überlegungen ist es, Basiswünsche an einen utopischen Zustand zu formulieren. Mit Basiswünschen meine ich in Analogie zu Basiseinheiten in den Naturwissenschaften oder Basisvektoren in der Mathematik Grundgegebenheiten, die nicht auseinander ableitbar sind. Nach der Formulierung dieser Basiswünsche möchte ich versuchen, aus ihnen mögliche Utopien zu konstruieren. Unter den oben aufgelisteten sechs Basiswünschen scheint mir der Wunsch nach Gemeinschaft reduzierbar zu sein auf den Wunsch nach einem wohlgesonnenen Kosmos. Denn Wohlgesonnenheit impliziert Intention. Eine Intention kann aber nur von einem Wesen ausgehen. Und wo ein Wesen ist, dort ist auch Gemeinschaft. Man könnte also die Forderung der Gemeinschaft fallen lassen, da sie in der Idee der Wohlgesonnenheit enthalten ist. Doch muss jetzt der so als wohlgesonnen definierte Kosmos näher spezifiziert werden, um die gewünschten Eigenschaften von echter Gemeinschaft zu bieten. Unter Gemeinschaft stelle ich mir die ständig verfügbare Nähe intelligenter Wesen vor, die mein Denken und Fühlen verstehen. Die Anwesenheit von vielen Mäusen oder Hunden würde mein Bedürfnis nach Gemeinschaft sicherlich nicht befriedigen. Da ich aber letztendlich ja auch allmächtig und allwissend sein will, muss es im Kosmos also andere allwissende und allmächtige Wesen geben. Die Wesen müssen auch ansprechbar sein und bei Bedarf mit mir kommunizieren wollen. Ein Kosmos, geschaffen von einem wohlwollenden aber jetzt schweigenden Erzeuger würde mich abstoßen. Die jetzt auf fünf Punkte reduzierte Liste der Basiswünsche an eine Utopie sieht also so aus: 1. Basiswunsch: Freier Wille gegen die Welt Nichts und niemand kann gegen
meinen Willen die Welt
verändern. 2. Basiswunsch: Freier Wille von der Welt Ich will bestimmen, was ich
will: Ich will Quelle meines eigenen Willens sein.2)
All meine Motivationen, meine Neigungen und Abneigungen und
Empfindungen sollen
meinem Freien Willen entspringen und nicht etwa einer gesetzmäßigen
Abhängigkeit von der Welt unterliegen. Ich will alles wissen können,
wenn ich es will. 4. Basiswunsch:
Wohlgesonnene Welt Alles, was nicht meinem Willen entspringt - die Welt um mich inklusive aller anderen Wesen -, soll mir wohlgesonnen sein. Die Idee einer Wohlgesonnenheit schließt die Existenz einer Gemeinschaft mich verstehender Wesen ein. Mein Sein soll einen Sinn haben. Fußnoten und Literaturhinweise 1) Stapledon, Olaf: Last and First Men. 1930. Stapledon beschreibt in seinem Science Fiction Klassiker das Werden und Vergehen von 18 menschlichen Zivilisationen über die kommenden zwei Milliarden Jahre. Ein zentrales Motiv ist die Suche nach einem kosmischen Sinn oder Schöpfer, nach wahrer Spiritualität. Das obige Zitat findet sich Kapitel über die Fünfte Menschheit. __________________________ Links Innerhalb dieser Webseite Eigenschaften der Utopie (Beginn dieses Gedankens) ![]() |
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Letzte Änderung: 10. Juli 2009 |